Gwendolin Cordula

Geboren am 04.02.2009, 53 cm groß, 3330 g schwer
Die Eltern Katja und Arne berichten:

Von Anfang an war klar, daß unser Nachwuchs in einem Geburtshaus zur Welt kommen sollte. Daß auch die Betreuung während der Schwangerschaft dort geht, haben wir erst gar nicht gewußt, sondern erst erfahren, als wir wegen der Geburt Kontakt aufnahmen. Es hätte uns bestimmt einigen Stress und Ängste erspart, denn die meisten (nicht alle!) Ärzte mit denen wir zu tun hatten, verstanden es ganz gut, Panik zu schüren wegen Befunden, die nicht „ganz normal“ waren. Oft fühlte man sich wie ein Patient, der nur aus Daten, Fakten und Ultraschallbildern besteht – fast als wäre man nur ein Gefäß, dessen Werte einwandfrei im Normbereich liegen müssen, damit die kostbare Fracht darin fehlerfrei zur Welt gebracht werden kann. Jedenfalls nicht wie ein fühlender Mensch, in dem ein zweiter heranwächst.

Ganz anders lief dann die Vorsorge im Geburtshaus. An die eigentlich so wichtige Frage „Wie geht es Dir?“ mußten wir uns erst einmal gewöhnen. Auch daran, daß plötzlich jemand erst einmal das ungeborene Wesen begrüßt und mit ihm redet, bevor er den Bauch anfaßt. Die Hebammen, allen voran Susanne H., haben im Handumdrehen Sorgen wegen der Befunde abgebaut. Natürlich wurden sie auch weiterhin im Auge behalten, waren aber nicht mehr der komplette Mittelpunkt. So konnten wir den Rest der Schwangerschaft ganz entspannt erleben und als Frau genießen, daß man währenddessen so richtig verwöhnt wird. Beim nächsten Mal gehen wir auf jeden Fall gleich von Anfang an ins Geburtshaus!

Die Geburt selbst verlief genauso schön, wie wir es uns gewünscht hatten. Herzlich empfangen von Susanne K. und Kerzenschein kamen wir kurz nach Mitternacht an. In der warmen Behaglichkeit des Geburtshauses konnte Arne sogar so gut entspannen, daß er noch etwas geschlafen hat, während Katja die Vorzüge der Badewanne genoß ;-). Sanft aber beharrlich ermutigt von Susanne und Claudia war es dann nach 7 Uhr geschafft und unsere Kleine tat ihren ersten Seufzer. In ein Handtuch gehüllt durfte sie im warmen Wasser noch ein bißchen zu sich finden. Danach ruhten wir uns im kuscheligen Bett aus und gaben unserer Tochter ihren Namen. Arne besorgte Brötchen und es gab Frühstück für alle – für die frisch gebackene Mutter Frühstück im Bett. Die Fahrt nach Hause war schon irgendwie komisch: Erst wenige Stunden zuvor waren wir, zumindest nach außen hin, zu zweit losgefahren und kamen jetzt zu dritt zurück.

Im Wochenbett unterstützte uns Susanne H. ganz liebevoll. Bei unseren nicht ganz schmerzfreien Stillproblemen sorgte sie dafür, daß die Entscheidung zum Stillen nicht einmal ins Wanken geriet und schaffte es wundersamer Weise manchmal einfach nur durch ein Telefonat oder nur durch Danebensitzen, daß es wieder klappte. Dank ihr waren wir in diesem Kampf nie allein und hatten trotzdem eine schöne, entspannte Wochenbettzeit.

Es war wirklich toll, in dieser spannenden Lebensphase so viel Unterstützung zu erfahren und so verwöhnt zu werden. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Arne, Katja und Gwendolin